Handkes Bleistift


Heute stand neben mir in der Tram
der junge Handke und hielt einen
Bleistift in der einen und einen Korb
voller Röhrenpilze in der anderen Hand.
Er murmelte etwas von läppischer
Literatur und dass Verzückung ihn ergriff,
als er unerkannt aus dem Wald an den
Stadtrand fand. Ich glaubte ihm aufs
Wort und hielt mich am Haltebügel fest.
Bevor er ausstieg, hinaustrat, nahm er kurz
die Brille ab. Da fiel der Bleistift herab.
Später fand ich Spuren von Sand aus der
Bucht in meiner Jackentasche, hörte das
Geräusch der Schnitte, die ins Pilzfleisch
drangen; es klang wie ein Schritt im ver-
harschten Schnee. Den Bleistift hatte ich
aufgefangen.

 

 

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